Spätestens nach der Finanzmarktkrise und der darauffolgenden Reaktion der Regulatoren ist Reporting im Sinne von Regulatory Reporting ein furchtauslösender Begriff für viele Finanzinstitute. Die durch Regularien wie MIFID, EMIR und zukünftig MIFID II erforderlichen Meldungen an die Behörden stellen hohe Anforderungen an die zukünftige Reporting-Infrastruktur der Finanzinstitute.

Schon in der Vergangenheit mussten diverse Reports generiert werden. Regulatoren, aber auch Steuerbehörden wachen mit Argusaugen über die von Instituten getätigten Finanztransaktionen, ob auf eigene Rechnung oder im Auftrag ihrer Kunden, welche selbst immer wieder in den Mittelpunkt von Reports geraten.
Die Herausforderungen an die meldenden Institute sind vielfältig: Investitionen in entsprechende Systemarchitekturen, welche ein solches Reporting unterstützen, sind ein Faktor (bspw. real-time oder end-of-day). Oft werden hierzu pro Regularium eigene Softwaresysteme entwickelt. Die wenigsten Institute haben jedoch eine Reporting-Engine, die flexibel Schnittstellen zu internen Kernsystemen bietet sowie Daten extrahieren und aufbereiten kann. Auch die Herkunft der Daten ist immer wieder Teil der Diskussion in Projekten, die auf die Erfüllung der Meldepflichten abzielen. Darüber hinaus finden sich kundenrelevante Daten meist in mehr als nur einem System. Diese müssen gefunden, extrahiert und in Zusammenhang gebracht werden. Nicht überall ist der LEI zur eindeutigen Identifikation von Kunden schon eingeführt. Hier ist zudem tiefgreifendes IT- und Fach-Know-how erforderlich.

Referenzdaten im Fokus

Eine Komponente, die zu Beginn oft unterschätzt wird, sind die Wertpapier-Referenzdaten. In Deutschland kommen diese in der Regel vom WM Datenservice, der zusätzlich eine große Menge an melderelevanten Klassifikationen und Einstufungen mitliefert, die für das steuerliche und regulatorische Reporting relevant sind. Aber diese WM Daten stellen nicht die einzige Quelle dar, die es zu beachten gilt. Oft werden andere Datenquellen, wie beispielsweise Bloomberg im Handel oder die eigene Lagerstelle in der Abwicklung mit einbezogen. Ferner lassen Sachbearbeiter der Fachabteilungen ihre Informationen und die speziellen Anforderungen des Instituts mit einfließen. Dazu kommen interne Finanzinstrumente, eigene Datenfelder und Anreicherungen durch weitere Quellen. Alles in allem entsteht nach und nach eine unübersichtliche Datenvielfalt, meist verteilt auf verschiedene Systeme. Diese müssen im Reporting zusammengetragen, ausgewählt, ausgewertet und aufbereitet werden.

Nicht viele Finanzinstitute verfügen über das eine, zentrale Stamm- bzw. Referenzdatensystem, welches tagesaktuell die gesammelte „Stammdatenwahrheit“ vorhält. Noch weitaus weniger Institute sind in der Lage, Historien mit Audit-Trails der Veränderungen und deren Quellinformationen im Lebenszyklus eines Instruments auswertbar vorzuhalten. Auswertungen werden somit schwierig, Recherchen müssen gestartet werden – oft über Online-Systeme externer Dienstleister – die allerdings nicht die jeweilige Datenwahrheit ihrer Kunden reflektieren können.

Die mit der Zeit gewachsenen Reporting-Insellösungen in einem Finanzinstitut sind nicht nur Ursache für viele Redundanzen und Datenabweichungen, sondern auch für die stetig steigenden Kosten. Mittlerweile rechtfertigt sich in vielen Häusern die Investition in ein zentrales Stammdatensystem, welches flexibel mit mehreren Datenquellen und den Systemen des Instituts interagiert. Ein solches System wäre nötig, um aus dem komplexen Zusammenspiel von Kernbankensystemen, Wertpapiersystemen und Dateninsellösungen eine Art „Golden Copy“ im Finanzinstitut bereit zu stellen. Diese ist nicht nur aus Gründen der Prozesssicherheit und Anforderungen der Aufsicht längst geboten, sondern auch wertvoll, um zukünftige Investitionskosten für zweifellos noch kommende Reporting-Anforderungen zu minimieren. Darüber hinaus kann ein solches System – insofern es leicht zu erstellende Auswertungen ermöglicht – für die Unterstützung täglicher Aufgaben wie Arbeitsvorbereitung, Recherche und Reporting für eigene Kunden oder andere Fachabteilungen sehr viel Zeit und Aufwand ersparen.

Zentrale Stammdatenhaltung als Lösung

Ausgereifte Stammdatensysteme können aus der unübersichtlichen Vielfalt von über 2 Mio. aktiven Finanzinstrumenten (alleine vom WM Datenservice) und über 2000 Attributen die relevanten Informationen extrahieren, sobald sie benötigt werden, d. h. zeit- und ereignisgesteuert. So können Änderungen in Wertpapieren im eigenen Portfolio hervorgehoben und proaktiv angezeigt werden und der Sachbearbeiter aufgaben- und situationsbezogen reagieren. Dabei werden beispielsweise nur die Daten angezeigt, welche für den Arbeitsschritt nötig sind (mit allen anderen Informationen rund um dieses Wertpapier im Zugriff). Außerdem muss ein solches System in der Lage sein, mühelos die verschiedenen Datenobjekte zu verbinden, zum Beispiel das Wertpapier mit dem Emittenten oder die Kapitalmaßnahme mit der Historie.
Hierdurch eröffnet sich für die Fachabteilung eine neue Dimension der Arbeitseffizienz. Das System denkt mit und bietet – wie in vielen anderen Industriezweigen längst üblich – eine Just-in-Time-Bereitstellung von Informationen zur Unterstützung der Arbeitsprozesse. In Rechenzentren werden beispielsweise beim Ausfall einer Systemkomponente gleichzeitig auch die anderen betroffenen Systeme angezeigt, damit der Administrator schnell reagieren kann. Ein gutes Stammdatendatensystem sollte so bei einer gemeldeten Zahlungsaussetzung einer Anleihe ebenfalls automatisch reagieren und eine Warnmeldung anzeigen (sofern sich das Wertpapier im Bestand des Finanzinstituts befindet). Instrumente des gleichen Emittenten oder sogar der verbundenen Unternehmen müssen ebenfalls auf dieser Warnliste erscheinen. Zudem muss die Information dem Front Office bereitgestellt werden. Fachabteilungen müssen darauf schnell und proaktiv reagieren können.

Das Referenzdaten-Managementsystem Grand Central ist in der Lage, nicht nur WM Gattungsdaten sondern auch Daten aus verschiedenen Quellen vorzuhalten und diese für den Nutzer – mit vollem Audit Trail – anpassbar und veränderbar zu machen. Grand Central „denkt mit“ und liefert dem Anwender die benötigten Informationen gefiltert sowie zeit- und ereignisgesteuert – oder auf Knopfdruck.

Darüber hinaus lassen sich Dateien für bestehende und kommende regulatorische Reports bereitstellen. Hierzu bietet Grand Central einen eigenen Report Service, welcher von der Fachabteilung definierte Auswertungen automatisieren kann. Damit werden fachliche Anforderungen komfortabel und schnell in technische Regelwerke übersetzt.
Wenn dadurch die Investitionskosten für ein zentrales und „intelligentes“ Stammdatensystem durch die Anforderungen aus dem Meldewesen mitfinanziert werden, kann hieraus eine sehr nützliche und sinnvolle Arbeitserleichterung für das Finanzinstitut werden – und aus dem „Reporting-Fluch“ doch noch ein Segen werden.

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